Instabilität des Selbstbildes

Borderliner haben das Gefühl, sich selbst fremd zu sein. Oft haben sie schon sehr früh gehört, dass sie nicht „in Ordnung“ seien. Viele versuchen daher ihr Verhalten und Erscheinungsbild immer wieder nach den Erwartungen ihrer Umgebung zu richten und verhalten sich im Kontakt zu unterschiedlichen Menschen grundverschieden.

Sie sind auf den ersten Blick sozial gut integriert und „funktionieren“ nach außen gut, sind innerlich aber löchrig wie Schweizer Käse. Ihre vermeintliche Unabhängigkeit ist meist nur eine „Pseudoautonomie“. Ebenso problematisch ist für sie die Einschätzung ihres Könnens. Die emotionale und intellektuelle Leistungsfähigkeit klaffen vielfach auseinander. Es gibt Momente, in denen sie sich nichts zutrauen, dann wieder haben sie das Gefühl, keine Hürde sei zu hoch.

Die meisten Borderliner sind unfähig zu einem einigermaßen „runden“ Lebensentwurf, also die Zukunft zu planen, zu wissen, was ihnen Spaß macht und was sie wirklich interessiert. Sind sie heute von etwas felsenfest überzeugt und überzeugen sogar andere davon, werfen sie ein paar Tage später alles über den Haufen und müssen wieder von vorn anfangen zu überlegen und zu planen.

Viele Betroffene haben das Gefühl, sie seien „anders“, mit ihnen stimme etwas (oder alles) nicht, und fühlen sich nicht dazugehörig. Eine Betroffene beschreibt es als das Gefühl, ein „Fassadenleben“ zu führen, sich wie ein Kind unter lauter Erwachsenen zu fühlen, innerlich völlig hilflos zu sein, nach außen hin aber kompetent zu wirken.

Kriterium 3 > Identitätsstörung: ausgeprägte und andauernde Instabilität des Selbstbildes oder der Selbstwahrnehmung.

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